Archive for December, 2007

Wie wird Information zu Wissen?

Friday, December 28th, 2007

Nicht nur, dass diese Frage schon seit langem kluge Köpfe rauchen lässt, nein es gibt auch bisher keine zufrieden stellende Antwort.

Mitten im Klausurenstress sagte mir ein Freund einmal folgendes: „Du kannst Informationen erwerben, aber kein Wissen.“
- Und Recht hat er: Wenn wir davon ausgehen, dass wir „Informationen“ als verfügbares Medium zwar aufnehmen können, aber noch lange nicht verstehen und in unser Netz von vorhandenem Wissen integrieren müssen, hilft „informiert sein“ herzlich wenig. Es ist als hätte ich Steine, wäre aber nicht dazu in der Lage, eine Mauer zu bauen.

Kürzlich kam mir ein Text unter die Nase, der sich mit genau diesem Problem beschäftigte. Ich stieß darin auf ein Zitat von Jonathan Swift aus einer Episode von „Gullivers Reisen“, das beschreibt, wie an der Akademie von Laputa den Studenten Mathematik gelehrt wird:

Satz und Beweis schrieb man in schöner Schrift auf eine dünne Waffel und zwar mit einer Tinte aus cephalischer Tinktur. Der Student war gehalten, die Waffel auf nüchternen Magen zu verspeisen und dann drei Tage lang nichts als Brot und Wasser zu sich zu nehmen. Während er die Waffel verdaute, stieg ihm die Tinte ins Gehirn und mit ihr der Lehrsatz.

Schade, dass es sich hier noch immer um „Informationen“ handelt. – Ansonsten wäre das doch eine äußerst effiziente Art Wissen zu verinnerlichen.

Stephanus “steinigen”

Thursday, December 27th, 2007

Das scheint mir mal wieder etwas zu sein, bei dessen Nennung meine Freunde mit den Augen rollen werden: “Was bitte soll das wieder sein?” – Ok, zugegeben, das traditionelle Saufgelage am zweiten Weihnachtsfeiertag ist wohl ein Ur-Münsterländischer Brauch.

Aber wo kommt diese Sitte überhaupt her?
Wie ich nach einer gar nicht so unkomplizierten Internetrecherche feststelle, während der ich über viele interessante Dokumentationen des fraglichen Festes gestolpert bin, ist das Stephanussteinigen seiner Herkunft nach ein Kirchenfest, genauer der Ehrentag des heiligen Stephanus. Es kommt noch besser: Unser gesetzlicher „zweiter Weihnachtsfeiertag“ am 26. Dezember ist tatsächlich der „Stefanitag“! Also von wegen drei Tage Weihnachten.

So weit, so gut. Und wer war dieser Heilige?
Stephanus war ein Diakon der Gemeinde von Jerusalem. Als solcher kümmerte er sich um Waisen und Witwen und war außerdem für die Verkündung des Glaubenswerkes zuständig. Wie alle Diakone war auch Stephanus ähnlich bedeutsam für die Gemeinde wie die Aposteln.

– Irgendwann geriet Stephanus aufgrund einer Predigt in Konflikt mit den Glaubensgenossen. Er wurde daraufhin der Gotteslästerung angeklagt und nach einer missachteten Verteidigungsrede und einem der Überlieferung nach „flammenden Glaubensbekenntnis“ gesteinigt. Sein Märtyrertod (ca. 36 n. Chr.) gilt nicht nur als der erste der Geschichte, sondern auch als Auftakt der Christenverfolgung in Jerusalem.
Damit hätten wir dann auch das Steinigen.

Warum nun der feucht-fröhlichen Wirtsbesuch?
Ganz einfach: Stephanus gilt als Patron der Pferde. Und da diese in Westfalen von größter Bedeutung waren (und auch heute noch Wahrzeichen sind), ist hierzulande jedermann an ihrem Schutze gelegen. Man feierte 26. Dezember also gewisse Bräuche, die ihrem Schutze dienen sollten. Aus dem Havixbeck des 19. Jahrhundert stammt folgende Überlieferung:

“Am Stephanustag (…) muss man Karren mit Häcksel unter den blauen Himmel stellen, damit der himmlische Tau darauf falle, dann werden die Pferde das ganze Jahr über nicht krank.”

Außerdem war es üblich die Knechte mit Opfergaben (Geld) in die Kirche zu schicken, damit eine entsprechende Messe gelesen wird.

– Anderenorts (im Sauerland) sang man zu solchem Zwecke übrigens Lieder, sammelte Geld und Würstchen um letztere anschlieend gemeinsam zu verspeisen.

So oder so, am 26. Dezember wird traditionell ausgegangen. Die Feier organisiert statt der Knechte inzwischen die Jugend, aber nach wie vor gilt: wenn man schon mal zum Heiligenfest ins Wirtshaus einkehrt, dann kann man ja auch richtig feiern und den Weihnachtsstress begießen …

Merry Christmas

Monday, December 24th, 2007

Just in time for Christmas I finally managed to put this piece of blog online – yeah!

Thus I can take the opportunity to welcome you on my brand new homepage wishing you a wonderful Christmas time.

waiting for Santa Clause