Archive for July, 2008

A Love Story For Your Life

Thursday, July 31st, 2008

On September 18, 2007, computer science professor Randy Pausch stepped in front of an audience of 400 people at Carnegie Mellon University to deliver a last lecture called “Really Achieving Your Childhood Dreams.” With slides of his CT scans beaming out to the audience, Randy told his audience about the cancer that is devouring his pancreas and that will claim his life in a matter of months. On the stage that day, Randy was youthful, energetic, handsome, often cheerfully, darkly funny. He seemed invincible. But this was a brief moment, as he himself acknowledged.

Randy Pausch’s book “The Last Lecture” tells an amazing story about life and the lessons you can learn from it. Although, admittedly, some chapters contain no more than a tear-off calender sheet, as a whole it is inspiring and fascinating. It was written after the original lecture which Randy Pausch in fact gave for his three children. Since they are still very young, he knew they won’t have detailed memories about their father (if they have some at all). Growing up, they will start asking who their daddy was – with this lecture being recorded, he wants to provide an answer.

Although the book provides more details, additional background information and is more personal, the lecture is worth watching – you will come to experience an optimistic man who really loves his life no matter how short the time he has left, “a great case of cognitive dissonance”.

In the end, it is not all about childhood dreams. Randy Pausch rather tells a story about life, how to love it and what lessons there are to learn from it. True to the motto “We cannot change the cards we are dealt, just how we play the hand.”

Urlaubsreif

Monday, July 28th, 2008

Alle Jahre wieder, immer gern in den Schulferien, fährt mein Chef in den Urlaub.
Aber bevor es endlich soweit ist, gilt es die ganze Welt gründlich auf seine drei bis fünf Tage weilende Abwesenheit im Büro vorzubereiten und sich die Urlaubsreife auch wirklich zu verdienen.

Dabei will natürlich an alles gedacht sein: Da müssen diverse eifrig geplante Termine noch schnell wieder verschoben, die letzten Briefe innerhalb gesetzter Fristen geschrieben und mannigfaltige Auswertungen an diverse Behörden geschickt werden.

Elementarer Bestandteil der Vorbereitungen ist auch das Anlegen eines „Urlaubsordners“.
Dieser dient nicht etwa dem Sammeln wichtiger Unterlagen, Telefonnotizen oder Bearbeitungsvermerke, die während der Abwesenheit unseres Vorgesetzten eingehen, nein, vielmehr umfasst er sein Notfallarbeitspaket für die erholsame Zeit mit der Familie.

Schon eine knappe Woche vor der Abfahrt sprengt besagte Akte jedoch meist ihre Pappdeckel, sodass auf eine mehr oder minder handliche Kiste ausgewichen werden muss.
In dieser dürfen eine Kopie des Terminkalenders für das ganze (!) Jahr und ein komplettes Telefonverzeichnis von Mitarbeitern und Mandantschaft natürlich keinesfalls fehlen.

Am Tag der Abreise sollte nun alles reibungslos laufen. Angesetzt ist der Start in die Ferien für Montag früh um neun Uhr. Keine Frage — da bleibt noch eine ganze Stunde Zeit im Büro, in der man die Mitarbeiter intensiv auf die bevorstehenden Aufgaben einschwören und von der Arbeit abhalten kann.
Vor lauter von-einem-Schreibtisch-zum-nächsten-Gestaube vergisst unser Chef allerdings die Uhr, sodass um halb zehn seine Frau anruft und ihn ärgerlich nach Hause zitiert.

Wie ein Wirbelwind braust er davon und — na, was jetzt wohl kommt? — er lässt die inzwischen bereits mehrfach durchwühlte Urlaubskiste im Flur stehen.
Keine Minute vergeht ehe das Telefon erneut klingelt. Ich erhalte den Auftrag die Einzelteile der Urlaubsakte von den kurz zuvor besuchten Schreibtischen wieder zusammenzuklauben und „bitte ordentlich“ abzuheften. Alles klar.

Etwa eine Stunde später steht unser Chef dann wieder in der Tür und will „nur eben die Sachen holen und noch kurz telefonieren.“
Ein Blick aus dem Fenster verrät, dass das Auto schon (oder erst?) halb gepackt ist, was wohl der Grund für einen erneuten leicht entnervten Anruf seiner Frau sein dürfte. Sie bittet meinen Kollegen darum, seinen Chef doch endlich nach Hause zu schicken und entschuldigt sich für die Hektik, die er verbreitet.

Es dauert einen Moment, ehe der Kollege die Atempause zwischen zwei Telefonaten nutzen kann, um die Nachricht von daheim an den Chef zu übermitteln. Dieser erhebt sich stöhnend „Ja muss man denn alles alleine machen?? Ihr kriegt aber auch gar nichts fertig und ich habe die ganze Arbeit!“

Während er noch sein Leid beklagt, betreten zwei Mandanten das Büro. Sie hätten heute morgen mit dem Chef gesprochen und seien gebeten worden vorbeizukommen. Mit den Worten „Nee, ich muss jetzt ja gleich in den Urlaub…“ stapft er an ihnen vorbei durch die Tür Richtung Auto.

Ein Seufzen geht durchs Büro. Am Telefon erklingt von neuem die Stimme seiner Frau, die wissen will, wo ihr Angetrauter denn bleibe. — Er sei auf dem Weg, habe die Kiste aber wieder stehen lassen. Diese Nachricht stimmt sie wenig freudig.

Alles wartet gespannt, wie es nun weiter geht. Der Leser sei hiermit herzlich zu eigenen Spekulationen eingeladen…

Bis zur Mittagszeit schweben wir in Ungewissheit; abgesehen von einige Telefonanrufen, die weitere Unterlagen in die bereits bekannte Kiste beordern herrscht so etwas wie eine gespannte Stille.
Dann, plötzlich und ohne weitere Vorwarnung, fährt ein voll gestopftes Auto mit Dachgepäckträger vor. Im Innenraum unser Chef mitsamt Familie.

Er stürmt herein, lässt sich die Kiste geben und ——
Bevor er wieder ins Auto kann, muss er noch mal eben telefonieren und einen Kaffee trinken. Macht er auch — bis seine Frau hereinkommt und das Telefonat per Knopfdruck beendet.

Jetzt aber nix wie weg!

Und Tschüss!

Tuesday, July 22nd, 2008

Mit den oben stehenden Worten verabschiedet sich mein Kollege Franz in den Feierabend. Oder besser: Er versucht es …

- „Wer tschüsst da??“ erklingt die Stimme meines Chefs hinter dem zur Tür trabenden Kollegen. Dieser hält inne, seufzt und kommt zurück. Vor der offenen Tür des Chefbüros bleibt er stehen. „Ich sage Tschüss. Ich mache Feierabend. Bis morgen.“

„Ja nee, so geht das aber nicht“, meint mein Chef. „Oh doch, genau so geht das. Schauen Sie doch mal auf den Tacho. Es ist halb sechs und ich bin immerhin schon seit neun Stunden hier.“

Mein Chef schielt über den Rand seiner Lesebrille: „Nein, das will ich aber nicht.“ Er senkt den Kopf und wendet sich wieder dem Papiergewimmel auf seinem Schreibtisch zu. Franz wendet sich seinerseits zum Gehen.

„Ähm Franz, ruf mir noch mal eben den Dings an, den Bums …“ – „Wen??“ – „Na den – na – du weißt schon.“
Meine Kollegin Nicole eilt zur Hilfe. Sie huscht zum Chef ins Büro. „Ja, Sie meinen den Herrn Meier, mit dem habe ich eben schon gesprochen. Er hat mir die Unterlagen gefaxt und ich habe sie Ihnen auch direkt mitgebracht.“ – „Ja, aber da fehlen doch noch …“

Franz erkennt die Gunst der Stunde und unternimmt einen neuerlichen Fluchtversuch.

Sein Glück währt nicht lange. Unser Chef reckt den Hals und ignoriert das Gespräch, das er mit Nicole gerade führt. „Ach Franz, dann mach mir doch mal bitte noch eben die Kontoauszüge!“

Waiting

Sunday, July 20th, 2008

There are things that you usually do several times a day. Be it a duty, amusement, or a necessity—such things can amount to a habit or even an addiction.

One such thing you can do is checking your emails. Especially when you are used to an overfull inbox that contains round about ten relevant messages per hour. You usually answer them quickly, compose some further messages and receive a reply within the next few minutes or hours. Rarely answers take longer than a day.
However nice and useful this kind of communication might be, sometimes you complain about the number of messages you receive and just wish it would be less.

Then, suddenly, it happens: you open your inbox and it is empty. Nothing new for you to read, nothing the world has to tell you. You are still waiting for the one or other reply and wonder that nobody asks you to do several things. You would have expected news, tasks, regards, questions, to-dos, announcements …

You find yourself asking whether there might be something wrong with your email account. Even the most active mailing lists remain silent. The spam folder calms you down; it contains even more items than usual, so there is no reason to assume you could not receive messages.

You should feel relieved now that the constant workload originating from your inbox is eventually reduced. But, strangely enough, you cannot. Rather, you feel disconnected, out of touch with the world.

Every few hours you feel the strong urge to check your emails—perhaps somebody sent you a message or replied to an old email of yours. As the empty inbox pops up, you feel a kind of disappointment, you just cannot belief it. It is not “normal”.

It is fascinating to suddenly see oneself waiting for something that one usually tends to dislike because there is too much of it. However, once it is not there, it is indeed missing.

Time to Unwind

Friday, July 18th, 2008

Thanks to Toby! :)

Lost and Found

Tuesday, July 15th, 2008

„Es wird nichts mehr gesucht, ab jetzt wird hier nur noch gefunden!“ – Das ist der neue Wahlspruch meines Chefs, wenn es wieder einmal darum geht, verschollene Akten aus ihren Gräbern zu heben.

Generell ist das je eine feine Sache: Wir verschwenden ganz einfach keine Zeit mehr mit der elenden Sucherei, sondern greifen direkt zielsicher in das entsprechende Regal oder den passenden Haufen. Möglicherweise sollen wir hierbei von einer höheren Macht navigiert werden, die uns zur nötigen Treffsicherheit verhilft.

Doch warum suchen wir eigentlich ständig irgendwelches Zeug? Ganz einfach: Was wäre der Alltag im Büro doch schnöde, hätte man nicht ab und zu die Gelegenheit die emotionalen Hochs und Tiefs des Verlierens und Wiederfindens zu durchleben. Es muss pure Aufopferung des mitunter als „wandelndes Bermudadreieck“ bezeichneten Büroleithengstes sein! – Oder hat jemand eine andere Erklärung?

- Alle Pläne den Auswirkungen seines Waltens durch gezielte Heuristiken entgegenzuwirken waren bisher zum Scheitern verurteilt; die Aussicht auf Erfolg scheint weiter fraglich.

Mal sehen, was ich morgen finden darf …

“Experiences Aren’t Like Bottles”

Sunday, July 13th, 2008

This term, I attended a course entitled “Existential Feelings” where we read Matthew Ratcliffe’s manuscript of “Feelings of Being”. In this book, Matthew introduces a new notion, “existential feelings”, which refers to the background structure that determines how one finds oneself in the world.

Existential feelings are not an entity but rather a relation—a relation between the subject and the world surrounding it. Matthew describes these feelings, these relations, as—in essence—something bodily: the body is the object through which we can pick them up. When we, as situated agents, engage with the outer world, we perceive a space of different possibilities. The sense of these “possibilities out there” is what Matthew generally describes as feelings.

Those feelings that set up the context in which things matter, that constitute our sense of reality (our ability to distinguish real from non-real), are existential feelings. They are difficult to reflect upon since we usually take them for granted and cannot have any experience without them.

However, there are situations in which we can recognize existential feelings: they become apparent whenever our “being in the world” is transformed, i.e. when they are heavily changed.
To get the flavor, just think of finally feeling at home again when returning from a very long journey or literally loosing balance when a beloved person has died. Even more obvious are altered existential feelings in severe cases of depression: patients feel disconnected form the world, nothing appears real to them anymore, and everything is drained from meaning. There are no subjectively significant possibilities left to these patients. Their sense of being in the wolrd is diminished, the “background of belonging” has changed, is partly missing.

Once I was familiar with this idea, I recognized that I had acquired a new vocabulary to talk about what is going on and how things feel. It allows me to grasp more accurately the differences between writing at a desk and reading in the sun. Further, I realized that an experience as such can never be isolated. It is tied up with the person and the situation she is engaged with—it is fundamentally different from whatsoever object.

Of course, the mere term “existential feelings” does not introduce anything new into the phenomenological world. Nor does Matthew Ratcliffe offer a precise definition of what exactly they are supposed to be.
Nevertheless, I think, it is quite a plausible assumption to start with that there is something in the background, something that shapes all our experiences.